BAUSTETTEN - Fast ein Jahr zieht noch ins Land bis zum Kreismusikfest in Baustetten (1. bis 5. Juni 2011). Beim gastgebenden Musikverein "Harmonie" laufen die Vorbereitungen längst auf vollen Touren. Das Programm steht, auch ein Jubiläum kann gefeiert werden. Von unserem Redakteur Roland Ray
1911 kaufte der Schuhmacher Josef Keller (1894 - 1966) um den Preis von 40 Reichsmark eine Ventilposaune. Mit Gleichgesinnten gründete er zwei Jahre später eine Musikkapelle in Baustetten. Lehrmeister war der Tenorhornist Josef Ruf von der Stadtkapelle Laupheim. Der erste Weltkrieg stoppte jäh die Proben. "Es wurden alle zum Militärdienst eingezogen", notierte Keller, "und die Musik war wieder am Ende angelangt." Zum Glück nicht für alle Zeit: Als die Waffen schwiegen, brachte er wiederum einige Musikliebhaber zusammen. Am 10. Januar 1920 hoben sie erneut eine Kapelle aus der Taufe. Das war die Geburtsstunde der "Harmonie".
Die Posaune hat einen Ehrenplatz im Vereinsheim und beschert dem Kreismusikfest 2011 ein Jubiläum: 100 Jahre Blasmusik in Baustetten. Den Zuschlag für das Großereignis bekam die "Harmonie" 2008. Unverzüglich wurde am Programm und an der Organisation gefeilt. Bevor sich die Baustetter Musiker beim Kreisverband um die Ausrichtung des Kreismusikfests bewarben, versicherten sie sich der Unterstützung durch die örtlichen Vereine.
"Allein ist das nicht zu schultern", sagt der MV-Vorsitzende Anton Hettich. Bereits im Januar dieses Jahres waren alle Verträge unter Dach und Fach. In Baustetten treten Blasmusiker der Spitzenklasse auf, wie Jörg Bollin und das "Mährische Feuer", die Party-Band "Herz-Ass" und - als Show-Act für die Generation Ü 30 - die "Spider Murphy Gang". Hettich schätzt an dieser Gruppe besonders, dass sie kompromisslos live spielt und "auf dem Boden geblieben ist". Eine VR-Party-Nacht und der Kreisseniorennachmittag runden das Programm.
Auch der organisatorische Rahmen ist gesteckt. Die Wertungsspiele sind in der Baustetter Mehrzweckhalle und im Kulturhaus Schloss Großlaupheim. Am letzten Tag des Kreismusikfests rollt ein Umzug durch den Ort, den Schlussakkord setzt die Stadtkapelle Laupheim mit dem Großen Zapfenstreich. Auf dem Trainingsgelände bei der Schule wird ein 70 Meter langes und 30 Meter breites Zelt aufgeschlagen, das 2500 Menschen fasst; dazu kommen ein Bewirtschaftungszelt und ein Festgarten. Bei einem Arbeitseinsatz vorige Woche haben die Musiker die einbetonierten Eisenstangen an dem Platz entfernt, Boden aufgefüllt und neu gesät.
Jetzt müsse man sich um die Beschallung und den Vergnügungsprk kümmern, sagt Anton Hettich. Außerdem rückt die Sponsorensuche in den Vordergrund.