Riesig: Ganz Baustetten zieht mit SZ-Serie: Die Macher des Kreismusikfests - Heute: Christoph Hettich und das Festzugsteam
Von Reiner Schick
BAUSTETTEN - Insgesamt 130 Gruppen - darunter 94 Musikkapellen inklusive Spielmanns- und Fanfarenzüge, 26 Festwagen, fünf Fuß-, zwei Rad- und eine Reitergruppe, zwei Oldtimer - mit schätzungsweise 5000 Mitwirkenden und Tausenden von Zuschauern: Um den Festumzug am Sonntag, 5. Juni, ab 13.30 Uhr reibungslos über die Bühne zu bringen, muss der Musikverein Baustetten alle Register seiner organisatorischen Kunst ziehen. Am Zug sind vor allem Christoph Hettich, Oliver Kästle, Benjamin Hess und Jürgen Laupheimer.
Unter Hettichs Federführung ist das Quartett seit vergangenen Herbst mit der Vorbereitung beschäftigt. "Der letzte Festzug des Musikvereins liegt schon rund 20 Jahre zurück, und der war etwa halb so groß wie der kommende", sagt Hettich. Weil die wenigsten Organisatoren von damals noch im Verein seien, habe man sich nun auch Unterstützung von den Laupheimer Heimatfestfreunden geholt. "Wir wussten nicht so recht, wie man an die Geschichte rangeht", gibt Hettich zu. Entsprechend froh sei man über die Kontakte zu Pferde- und Kutschenbesitzern, Antworten auf Versicherungsfragen oder Hinweise zu Sicherheitsvorschriften gewesen. Auch der eine oder andere Wagen kommt von den Heimatfestfreunden. Mit 130 Gruppen sei der Festzug "eigentlich etwas groß" geraten, sagt Christoph Hettich, "wir wollten eigentlich bei 120 stoppen. Aber von den 94 Kapellen, die sich angemeldet hatten, wollten wir halt keiner absagen." Auch die Präsentation des Baustetter Gemeindelebens sollte nicht zu kurz kommen. Die meisten Vereine und öffentlichen Einrichtungen des Teilorts, dazu einige Gruppen aus der Kernstadt, wirken mit. "Es soll bunt werden" Ein Motto gibt es nicht. "Es wäre schade, wenn wir die Teilnehmer zu einem Thema zwingen würden", meint Hettich, "die Vereine, Einrichtungen und Firmen sollen die Möglichkeit haben, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Es soll ein bunter Umzug werden." Entsprechend groß ist die Vielfalt, vom Erntewagen der Familie Hess über "Die Lustigen Holzhackerbuam" bis hin zum Bildstöckle der Ministranten und Schönstattjugend. Mit dabei sind neben den Vereinen auch Schule und Kindergarten, Firmen, Buden, Flohmarktteam, Bastelgruppe und das deutschfranzösische Partnerschaftskomitee. Vorneweg marschiert die Blutreitergruppe aus Bühl, zu der auch einige Baustetter gehören. Auf dem ersten Festwagen präsentiert der gastgebende Musikverein seine alten und neuen Uniformen, die Ehrenmitglieder folgen auf einer schmucken Hochzeitskutsche. Alle 26 Festwagen werden entweder von Pferdegespannen oder Oldtimerfahrzeugen gezogen. Eine echte logistische Herausforderung ist die Aufstellung des Zugs. Nachdem alle 85 Blaskapellen ab 13 Uhr auf dem neuen Sportplatz zusammen den Kreismarsch und weitere Musikstücke geblasen haben, marschieren sie nacheinander an der Rottum entlang zum Startpunkt des Umzugs an der Einmündung des Mühlwegs in die Neidhardtstraße. Dort sorgen Christoph Hettich und sein Team dafür, dass die Musiker, die im Mühlweg beziehungsweise Brachwinkel wartenden Festwagen und Fußgruppen korrekt einfädeln. Knalleffekt vom Malzturm Das Startsignal gibt der Laupheimer Schützenverein um 13.30 Uhr mit Böllerschüssen von hoch droben ab - vom Turm der Mälze. "Wir haben das ausprobiert, man hört's im ganzen Ort", verspricht Hettich. Die insgesamt rund 1,5 Kilometer lange Strecke führt über die Haupt- und die Gerberstraße zurück auf die Neidhardtstraße und endet in der Laupheimer Straße. Hettich hofft, dass die an Position 130 im Stadtzügle fahrenden Ehrengäste gegen 15.30 Uhr das Festzelt erreichen: "Ich bin die Strecke abgelaufen - zwei Stunden müssten reichen." Informiert über die einzelnen Gruppen werden die Zuschauer an zwei Ansagestellen an der Hauptstraße und der Neidhardtstraße, neben geistiger gibt's aber auch kulinarische Nahrung an vier Verpflegungsständen. "Allein für den Festzug brauchen wir rund 100 Helfer zusätzlich", sagt Christoph Hettich. Ein Großteil ist für den Ordnungsdienst notwendig. "Die Baustetter Feuerwehr steht uns schon mit rund 40 Mann zur Verfügung", freut sich Hettich über die vereinsübergreifende Hilfe. Für ihn selbst beginnt der Tag am 5. Juni "vermutlich um 7 Uhr", schätzt Christoph Hettich, "und bis dann am Abend aufgeräumt ist - das möchte ich gar nicht wissen. Den Zapfenstreich würde ich aber schon gerne schauen." Der ist um 22 Uhr.
(Quelle: Schwäbische Zeitung Bericht vom 29.04.2011)