Geschafft: 150 Seiten erzählen Allerlei SZ-Serie über die Macher des Kreismusikfests - Heute: Margret Keller und das Festbuch-Team
Von Reiner Schick
BAUSTETTEN - 150 Seiten stark ist es, das Festbuch des MV Baustetten zum Kreismusikfest. Wohl ähnlich viele Stunden hat Margret Keller investiert, um es rechtzeitig zum Festabend am vergangenen Samstag fertigzustellen. Druckfrisch lag es auf den Tischen.
"Es war sehr zeit- und arbeitsintensiv", sagt Margret Keller, die im vergangenen Sommer damit begann, das Heft zu planen, Material zu sammeln, Texte zu schreiben und das Layout am Computer zu gestalten. Hilfreich war, dass das Material vom bislang letzten Festbuch des MVB aus dem Jahr 1995 (zum 75-jährigen Bestehen) noch digital zur Verfügung stand. "Die Chronik mussten wir von 1995 bis heute fortsetzen, den Großteil der vorherigen Zeit konnten wir übernehmen."
Da sie berufstätig ist, sei vor allem in der heißen Phase im März und April "manche Nachtschicht nötig" gewesen. Sowas geht wohl nur, wenn fast die ganze Familie mithilft: So wurde Margret Keller von ihrem Mann Otmar und ihrer Tochter Marina Keller unterstützt. Außerdem wirkten Jutta Bolkart, Bianca Leitte, Kathrin Sontheimer und Lorenz Manz mit. Letzterer kümmerte sich vor allem um die Anzeigen, ohne die das Festbuch nicht zu finanzieren wäre. Dass sich der Aufwand gelohnt hat, wird beim Durchblättern des Werks schnell klar. Dank des farbigen Drucks auf Glanzpapier kommen die rund 90 Fotos vom Portrait des Landrats über historische Aufnahmen bis zum Plan des Festgeländes besonders schön zur Geltung. Praktisch ist das herausklappbare Foto der Musikkapelle. Auch inhaltlich fehlt es an nichts. Einen wesentlichen Teil nehmen die Chroniken des Ortes Baustetten und des Musikvereins, die auch manche Anekdote enthalten. Dabei ist kaum zu verkennen, dass die Baustetter Musiker in den neun Jahrzehnten ihrer Vereinsgeschichte stets eine gewisse Trinkfestigkeit an den Tag legten.
Trinkfreudige Musiker
So berichtet Josef Keller in seinem Protokollbuch von der "Untugend der Musikkapelle", die schon in den 20er- Jahren den Gewinn aus den Veranstaltungen in den folgenden Musikproben "in köstliches Nass umgewandelt" hätten, was sich "sehr nachteilig auf die Entwicklung der Musikkapelle" ausgewirkt habe. Und den Dauerregen zur 40-Jahr-Feier des Vereins im Jahr 1960 hatte Keller schon frühmorgens prophezeit: "Wenn's des Bier älles heit ranget, was mir en dr Musik gsoffa hand, no ranget's da ganza Dag."Trotzdem ist aus dem Musikverein etwas geworden, was sich im Festbuch nicht nur im weiteren Verlauf der Chronik, sondern auch in den zahlreichen aktuellen Registerbildern und den Informationen zur Jugendausbildung im Musikverein widerspiegelt. Eine Auflistung der Namen aller Baustetter Ortsvorsteher, Schultheiße und Bürgermeister seit 1806, der Musikvereins-Vorstände seit 1920, Vorstellungen der Baustetter Vereine sowie der Patenkapellen Mietingen und Laupheim, Grußworte und viele Informationen übers Kreismusikfest
komplettieren das gelungene Werk.
Das Festbuch (Auflage: 1000 Stück) gibt's zum Preis von fünf Euro bei der Bäckerei Sauter, der Ortsverwaltung und der Volksbank Baustetten sowie beim Kreismusikfests im Zelt und bei den Wertungsspielen im Kulturhaus und in der Mehrzweckhalle.