Plakativ: Dieser Werbung entkommt keiner SZ-Serie über die Macher des Kreismusikfests: Junge Leute zeigen vollen Einsatz
Von Reiner Schick
BAUSTETTEN - Vom 1. bis 5. Juni ist in Baustetten das Kreismusikfest - damit das auch niemandem in der Region entgeht, rührt ein zehnköpfiges Werbungsteam des Musikvereins Baustetten seit Monaten die Werbetrommel. Genau genommen schon seit einem Jahr: "Beim letzten Kreismusikfest in Berkheim haben wir bereits Flyer verteilt, und unsere Jugendkapelle ist mit einem Werbe-Bollerwagen beim Umzug mitgelaufen", erzählt die Verantwortliche Bianca Leitte, die von Isabell Paulmaier, Sandra Kästle, Benjamin Hess, Lorenz Manz, Reinhold Huber, Alexander Beck, Kathrin Sontheimer, Otmar Keller und Peter Feuerer unterstützt wird.
42 500 Flyer und 2500 Plakate
Das Team ist wohl das jüngste innerhalb des Organisationsstabs beim MV Baustetten. Und wer sich nachfolgende Zahlen und Aufgaben betrachtet, weiß, warum so viele darin mitarbeiten. 42 500 Flyer und 2500 Plakate galt und gilt es in Umlauf zu bringen. Um rund 600 dieser Plakate an den Straßenlaternen in mehr als 50 Gemeinden des Landkreises und darüber hinaus anbringen zu dürfen, mussten die jeweiligen Verwaltungen angeschrieben und um Erlaubnis gefragt werden. "Die waren alle sehr entgegenkommend", berichtet Sandra Kästle. Die wenigsten verlangten eine Gebühr, und die meisten zeigen sich tolerant, was den Zeitraum bis zum Abhängen der Plakate nach dem Fest betrifft. "Nur in einer Gemeinde müssen wir das schon am Festsonntag machen", sagt Kästle. Zuvor gilt es aber, die Plakate an Holztafeln anzubringen, die dann aufgehängt werden. "Letztes Wochenende haben wir mit Mitgliedern der Jugendkapelle die ersten Tafeln beklebt", berichtet Benjamin Hess. Mehrere Fahrzeuge mit je zwei bis drei Personen werden in Bälde auf genau festgelegten Touren die Plakate anbringen. Zusätzlich suchen die Mitglieder des Werbungsteams die zahlreichen Zeltfeste der Region auf, um auch dort ihre Flyer und Plakate zu verteilen. "Die Flyer sind immer im Auto. Egal wo wir hinkommen - Veranstaltungen, Gaststätten oder öffentliche Einrichtungen - werden sie ausgelegt, sofern es erlaubt wird. Aber die meisten sind da offen und freundlich", sagt Isabell Paulmaier. Kinospot läuft 700 Mal Doch Flyer und Plakate sind nur ein Teil der Werbemöglichkeiten, die das Team ausschöpft: Neben Einträgen in Internet-Foren und Gästebücher, E-Mails, Zeitungsanzeigen, Hinweisen in Veranstaltungsmagazinen sowie Bannern und Tafeln im Ort gibt's auch ausgefallene Ideen. So bedruckt die Laupheimer Kronenbrauerei nicht nur die Rückseite ihrer Bierfilze, sondern auch einen Teil der Bierflaschen mit Werbung fürs Kreismusikfest. Briefumschläge der Stadt Laupheim und der Volkshochschule tragen einen Stempel mit dem Hinweis auf das Mega-Event. "Die Ideen liefert aber nicht nur das Werbungsteam, sondern der ganze Verein", betont Bianca Leitte. Hinzu kommen etwa ab Mitte Mai 25-Sekunden-Spots von Radio 7. Der Sender wirbt darin für die Auftaktveranstaltung am 1. Juni, die VR-Party-Nacht. Besonders stolz sind die Baustetter auf den Spot, der seit Kurzem in vier Sälen des Biberacher Sternenpalasts, im Dietrich-Kino in Neu-Ulm und im Ehinger Central- Center vor insgesamt 700 Vorstellungen über die Leinwand flimmert. Das 20-Sekunden-Video haben Sandra Kästle und Peter Feuerer mit einer Art Power-Point-Präsentation der vier Werbeplakate gestaltet, den Kommentar dazu liefert Dirigent Michael Bohn. Schon jetzt steht fest: Die Teammitglieder lernen durch ihre Aufgabe viel über Werbung und ihre Wirkung. "Ich schaue heute ganz anders auf Plakate als früher, da bin ich einfach dran vorbeigefahren", sagt Isabell Paulmaier. Noch wichtiger aber ist natürlich der Effekt fürs Kreismusikfest. "Wir werden von vielen Leuten auf unsere Aktionen angesprochen. Die Resonanz ist positiv", sagt Bianca Leitte. Will heißen: Wer bis zum 1. Juni nichts vom Baustetter Kreismusikfest mitbekommen hat, lebt vermutlich auf dem Mond.
(Quelle: Schwäbische Zeitung Bericht vom 04.05.2011)